ERASMUS+ Praktikum

Die Ruhe vor dem Sturm

Heute ist es soweit, mein erster Tag in Frankreich ist angebrochen!

Unterwegs bin ich ja schon seit Samstag, da flog ich los nach Barcelona, um dort für ein paar schöne Stunden die wahrscheinlich schönste Stadt Spaniens unsicher zu machen …

Barcelona von oben: Aussicht vom Park Güell // ISO 125, 1/2000 Sek, f/3,2

Mit 24 Stunden Verspätung kam ich am 23. März endlich am Flughafen in Barcelona an. Mein eigentlicher Flug am Freitag war überbucht; mindestens drei Stunden Aufregung am Flughafen Tegel endeten schließlich damit, dass ich wieder nach Hause geschickt und in den Flieger am Folgetag versetzt wurde. Wie das passieren konnte? Leider haben Fluggesellschaften das Recht, zu einem gewissen prozentualen Anteil das Flugzeug zu überbuchen. Im Falle des Reiserücktritts eines Passagiers bleibt so kein Platz frei. Leider kommt es jedoch hin und wieder vor, dass alle Passagiere tatsächlich ihre Reise antreten und dann geschieht genau das, was ich am Freitag erleben durfte.

Etwas weniger angespannt machte ich mich am Samstag also erneut auf den Weg zum Flughafen, wo nun glücklicherweise alles reibungslos ablief. Die Flugstrecke ermöglichte mir eine phantastische Sicht auf die Alpen und so war ich fast ein wenig traurig, als ich um 17:15 Uhr das Flugzeug verlassen musste. Gegen 18:30 erreichte ich mein Hotel Via Augusta – ein sehr schönes Hotel in guter Lage mit bester Anbindung an Bus und Metro. Ausgesprochen empfehlenswert!

atemberaubende Sicht auf die Berge // ISO 125, 1/4000 Sek, f/4

Voller Freude auf Tapas und ein gutes Glas Wein schlenderte ich noch am selben Abend durch die nahe gelegene Fußgängerzone und fand ziemlich schnell ein nettes Lokal, das meine Erwartungen übertreffen sollte. Bei einem Live-Geigenkonzert zweier Straßenkünstler wurde aus einem Glas Wein zwei und so fiel ich gegen 22 Uhr müde und erschöpft in mein Bett.

Dinner for one

Den folgenden Tag verbrachte ich damit, mich mit den Sehenswürdigkeiten Barcelonas vertraut zu machen. Ich hatte mir viel vorgenommen und da ich bereits um 16 Uhr schon wieder am Bahnhof sein müsste, um meinen Zug nach Perpignan zu nehmen, brach ich schon um 9 Uhr auf. Allen Touri-Klischees entsprechend schnallte ich mir meinen Rucksack auf den Rücken, band mir meine Kamera um den Hals und lief los. Erstes Ziel: die Sagrada Familia. Die Kathedrale lag ungefähr eine halbe Stunde Fußweg von meinem Hotel entfernt. Ich ließ mir Zeit, erkundete in aller Ruhe die kleinen Gassen, durch die mich mein Navi führte und stellte mit Erstaunen fest, dass Barcelona sonntags ausgesprochen leer ist. Die meisten Cafés und Restaurants öffnen hier erst mittags oder bleiben komplett geschlossen. Und auch an der Kathedrale selbst tummelten sich deutlich weniger Touristen, als ich erwartet hätte.

Touri schlechthin // ISO 40, 1/2000 Sek, f/1,7

Durch den kleinen mit Kirschbäumen gesäumten Park lief ich auf das imposante Gebäude zu, das mit all seiner Pracht in die Höhe ragte. Und auch wenn ich sie mir zugegebenermaßen noch größer vorgestellt hätte, sind die ie filigranen Figuren und etlichen Türmchen, die das Gotteshaus säumen, einfach beeindruckend. Leider ist das einst von Gaudí entworfene Werk noch immer unvollendet und so werden Baukräne die römisch-katholische Basilika noch bis voraussichtlich 2026 zieren.


Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família // ISO 125, 1/1000 Sek, f/3,2

Mein nächstes Ziel ist der Park Güell. Die hochgelobte Aussicht, die man von dort über die ganze Stadt haben soll, kann ich mir einfach nicht entgehen lassen. Also lief ich los Richtung Norden, um schnell festzustellen, dass man um weit sehen zu können, hoch steigen muss; eine halbe Stunde Aufwärts-Marsch lassen mich schnaufend am Park ankommen. Doch der Weg hat sich absolut gelohnt: auch wenn man kein kostenpflichtiges Ticket zu einem der berühmten Aussichtspunkte kauft, hat man eine phantastische Aussicht über die zweitgrößte Stadt Spaniens bis hin zum Mittelmeer. Und auch der Park selbst ist unbedingt einen Besuch wert. Besonders im Frühling kann man die Flora hier in all ihrer Pracht erleben und so ist man bei einem Spaziergang durch Gaudís 17 ha großen Park ständig von neuen, angenehm-blumigen Düften umgeben.

Spaziergang durch den Park Güell // ISO 125, 1/3200 Sek, f/3,2

Mein letztes Ziel soll der Strand sein; auch wenn es noch zu kalt zum Baden ist, fand ich, dass man ihn wenigstens einmal bei einem Barcelona-Urlaub gesehen haben sollte. Da der Strand Barceloneta genau am anderen Ende der Stadt liegt, nahm ich diesmal den Bus. Das Ticket war mit 2,20 € vergleichsweise günstig, der Bus selbst unangenehm voll. Nach etwa 45 Minuten erreichte ich die Promenade. Vorbei an zahlreichen Händlern, die versuchten alles von Schuhen über Taschen bis zu Bluetooth-Boxen zu günstigen Preisen an Touristen zu verkaufen, drängte ich mich durch die Menschenmassen, um endlich das Wasser zu sehen. Und dann lag es vor mir, das endlose Meer. Irgendwie unwirklich erscheint der Kontrast zwischen Strand und Stadtleben. Während sich die meisten nur sonnten, gab es auch einige Mutige, die in das ca. 13 °C „warme“ Wasser stiegen.

Die lange Tour hatte mich hungrig gemacht und da nun auch langsam die Zeit drängte, machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel. Ein Tipp an dieser Stelle: viele Hotels stellen einen Raum zur Verfügung, wo man noch nach dem meist frühen Check-Out seinen Koffer unterbringen kann. Das ist sehr praktisch, wenn man vorhat, noch am Abreisetag die Stadt zu besichtigen.

Ich holte also meinen Koffer und machte mich auf die Weiterreise bereit. Nächster Halt: Perpignan, Frankreich!

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