ERASMUS+ Praktikum

Ankunft

Kann man besser in den Tag starten, als mit einem großen Milchkaffee und einem frischen, warmen Croissant? Für mich kaum vorstellbar!

Lässt keine Wünsche offen: Kaffee und Croissant von der Brasserie nebenan

Gut gestärkt startete ich gestern also in meinen ersten Tag hier in Perpignan der vor allem Organisatorisches für mich bereithalten sollte. Gegen halb 11 erreichte ich die Einrichtung, die mein Praktikum organisiert. Dort wies man mich in den weiteren Ablauf der Woche und des Praktikums ein, das am Donnerstag beginnen wird.

Am Nachmittag lernte ich die anderen ERASMUS-Praktikanten kennen; gemeinsam erhielten wir eine Führung durch die Altstadt. Dazu gehörte die Besichtigung der Kathedrale und ein kurzer Einblick in die Historie des Stadttors. Dieses diente einst dem Schutz der Stadt, die von 1276 bis 1344 Hauptstadt des Königreichs von Mallorca war. Außerdem bekamen wir ein paar schöne Einblicke in die vielen kleinen Gassen, die der Altstadt ein romantisches Flair verleihen. Sowohl große Modeketten, die mir auch aus Deutschland bekannt sind, als auch kleine französische Boutiquen, die ihren ganz eigenen Charme versprühen sind über die gesamte Altstadt verteilt. Dazwischen liegen viele kleine und große Restaurants, Cafés und Bars, sodass sich ein buntes Stadtbild ergibt.

Kathedrale Saint-Jean-Baptiste // ISO 250, 1/15 Sek, f/1,7
windig aber schön sonnig am Stadttor von Perpignan // ISO 40, 1/1000 Sek, f/1,7

Im Anschluss an unsere Tour hatten wir bei einem Drink und Fingerfood die Möglichkeit, mit den anderen etwas näher ins Gespräch zu kommen. Besonders spannend war dabei natürlich die Kommunikation. Denn die Praktikanten sind keinesfalls alle aus Deutschland und fließendes Französisch war keine Voraussetzung für das Praktikum! Belgier, Dänen, Italiener, Spanier und Deutsche verschiedenster Altersklassen treffen hier aufeinander. Natürlich versuchen alle sich zunächst auf Französisch zu verständigen und wenigstens ein Bonjour bringt auch jeder hervor. Doch bei allem, was darüber hinaus geht, wird es schon mal knifflig, sodass die gängige Kommunikationssprache Englisch ist. Nicht selten kommt es jedoch vor, dass es auch einfach eine lustige Mischung aus beidem wird. Und da vor allem die Belgier auch Deutsch lernen, fällt hin und wieder auch mal ein deutsches Wort.

An dieser Stelle möchte ich noch mit einem Vorurteil aufräumen: viele glauben – und davon konnte ich mich bis vor kurzem nicht ausschließen – dass sich die Franzosen absolut weigern würden, Englisch zu sprechen und NUR Französisch reden würden. Für einige Teile Frankreichs mag des gelten, doch hier im Süden kann ich nur vom absoluten Gegenteil sprechen. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, besonders wenn sie merken, dass man nicht aus der Region stammt. Ich habe bereits in meinem kurzen Aufenthalt hier die Erfahrung gemacht, dass die Leute von sich aus auf einen zukommen und anbieten Englisch zu sprechen.

Trotzdem hoffe ich natürlich, dass auch meine Französisch-Kenntnisse von der Reise profitieren können und so werde ich wohl einfach weiterhin jeden Morgen mein Croissant bei der Brasserie um die Ecke bestellen, denn eins steht fest: ich werde wohl nie wieder ein Croissant in Berlin kaufen, denn die sind meilenweit davon entfernt, was man hier unter einem Croissant versteht …

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