Kalifornien

Den Süden Kaliforniens erleben

Die Urlaubsfotos sind in der Timeline schon weit nach unten gerutscht und dennoch schwelge ich noch allzu gerne in Erinnerung an meinen unglaublichen Urlaub in die USA. Wer meinen letzten Artikel gelesen und meine letzten Beiträge auf Instagram verfolgt hat, weiß, dass ich neben San Francisco auch den Süden Kaliforniens unsicher gemacht habe. Und um ehrlich zu sein, hat mir der beinahe besser gefallen, als die Mega-Metropole im Norden. Hier sind meine heißesten Tipps zum sonnigen Süden von Kalifornien.

Jeder, der schon einmal den Norden Amerikas bereist hat, wird mir sicher zustimmen, wenn ich behaupte, dass dort andere Dimensionen herrschen als hierzulande. Und damit meine ich nicht nur das viel zu gute Essen (s. Essengehen in San Francisco), das oft deutlich überportioniert ist, sondern schlichtweg alle Bereiche des Lebens – und eben auch ganz besonders hinsichtlich der Distanzen zwischen scheinbar nahegelegenen Orten. Um das ganze also auf den Punkt zu bringen war der Süden mit dem „glitzernden“ Hollywood, den berühmten Stränden und umjubelten Celebrities doch ein Stückchen weiter weg von San Francisco als gedacht. Und so wurde allein der Weg „nach unten“ zu einer atemberaubenden Reise, die viele Eindrücke hinterlassen hat…

1. Der Highway

Sagenumwogen und legendär ist er – zu Recht! Nur knapp eine Stunde hinter San Francisco leitete uns unser Navi runter von der Interstate rauf auf den Highway One, welcher uns in all seiner Pracht empfing. Okay, zugegebener Maßen war ich zunächst ein wenig enttäuscht, wie schmal und unscheinbar die doch so bekannte Straße verlief. Doch als ich im nächsten Moment aus dem Beifahrerfenster schaute und das schier endlose Meer, eingerahmt von dramatisch aussehenden Felsen sah, waren alle Zweifel vergessen. Noch nie zuvor hatte ich so ein Panorama aus dem Fenster eines Autos genießen können. Unvergleichlich war die Aussicht, die auf den Hunderten von Kilometern entlang des Ozeans ständig wechselte und ein neues, atemberaubendes Bild ergab.

Oft hielten wir an, um Fotos zu machen oder einfach nur die Aussicht zu genießen. Manche Plätze haben sich als regelrechte Aussichtspunkte etabliert, an denen dann eine Vielzahl von Menschen anhielt, an anderen Orten waren wir ganz allein. Keine Menschenseele weit und breit.

Nach über 10 Stunden Fahrt und noch etlichen Kilometern bis zu unserem Ziel Los Angeles, beschlossen wir, dass es Zeit würde, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Wir folgten dem Ruf, der Santa Barbara vorauseilte und kehrten gegen Abend in die zentralkalifornische Stadt ein.

2. Santa Barbara

Diese Stadt ist ein absolutes Must-See bei einer Reise nach Kalifornien! Die Kulisse, die uns dort empfing, war absolut filmreif; gigantische Berge, palmenumsäumte Straßen und dahinter die endlosen Weiten des Meeres. Wir parkten in der Nähe des Strandes und liefen zum Pier, wo wir die letzten Sonnenstrahlen einfingen und einen unvergesslichen Sonnenuntergang erleben durften. Das Farbspektakel war absolut einzigartig. Wer glaubt, ich übertreibe, war noch nicht da. Denn das, was es dort jeden Abend zu sehen gibt, bekommt man in Deutschland mit Sicherheit nicht an einem einzigen Sommerabend im Jahr zu Gesicht.

Aber genug von der Schwärmerei. Als es schließlich dunkel wurde, begann der Magen zu knurren und die Suche nach einem bezahlbaren Restaurant begann. Gar nicht so leicht, in einer Gegend, in der hochkarätige Boutiquen und noble Hotels die Straßen zieren. Schließlich fanden wir eine tolle, sehr amerikanische Sportsbar, die das Loch im Magen auf jeden Fall füllen würde. Und damit ging ein perfekter Abend in Santa Barbara zu Ende.

Der nächste Tag ging traumhaft weiter, als wir zwar viel zu früh für meinen Geschmack, aber gerade richtig um den Sonnenaufgang mitzuerleben in unserem am Strand geparkten Auto aufwachten. Ein Morgenspaziergang am menschenleeren Pier bot eine einzigartige Sicht auf die Berge, hinter denen sich gerade die Sonne nach oben kämpfte.

3. Los Angeles

Knapp drei Stunden später erreichten wir endlich LA. Nach einem ordentlichen Frühstück in unserem neuen Lieblingsdiner Denny’s waren wir gestärkt für den Tag. Es herrschten knackige 34°C und so fiel der Spaziergang entlang des Walk of Fame eher kurz aus.

Nach einer kurzen Siesta ging es am Abend zum berühmt berüchtigten Santa Monica Pier. Einem weiteren absoluten Must-see. Schon von Weitem funkelt einem das weltbekannte Riesenrad in seiner Farbvielfalt entgegen. Das Pier selbst ist – natürlich – sehr touristisch und beinahe ein kleiner, ganzjähriger Rummel. Und auch wenn ich kein großer Fan davon bin, ist es schon ein besonderes Erlebnis, die kalifornische Sonne an diesem besonderen Ort untergehen zu sehen – vielleicht ja sogar vom Riesenrad aus.

Wenn man es einmal nach LA macht, dann darf natürlich auch ein Ausflug zum Hollywood Sign nicht fehlen. Also brachen wir am nächsten Morgen in aller Frühe auf, um zu dem Wahrzeichen zu wandern. Natürlich hätte es mir klar sein müssen, dass wir nicht ganz zum Sign herankommen würden; ein bisschen enttäuscht über die gesetzlich festgelegte Distanz, die man halten musste, war ich trotzdem. Nichts desto trotz war es ein einmaliges Erlebnis, den weltbekannten Schriftzug aus nächster Nähe betrachten, bestaunen und davor posen zu können.

Unser letztes Ziel in Los Angeles war Beverly Hills. Als alter Serien-Junkie war es mir natürlich ein besonderes Anliegen die Stadt, die Drehplatz zahlreicher Filme und Serien war, mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Ein pompöser, in Stein gravierter Schriftzug mit dem Stadtnamen empfing uns, als wir die Stadtgrenze passierten und ich hatte das Gefühl, plötzlich in eine andere Welt eingetaucht zu sein. Von heruntergekommenen Geschäften und Häusern mit abblätternden Fassaden war nichts mehr zu sehen. Da waren keine abgenutzten Straßen und keine Menschen, die auf ihnen schliefen. Was uns in der schicken Stadt empfing, waren Villen, gut gekleidete Menschen und Parks mit millimetergenau getrimmtem Rasen, der tatsächlich grüner aussah, als jener auf der anderen Seite des Countys. Designerladen neben Designerladen zierte den Rodeo Drive, die wohl bekannteste Shoppingstraße der Stadt. Ein bisschen erinnerte es mich an den Berliner Kurfürstendamm – doch ehrlich gesagt fühle ich mich auf dem dann doch etwas wohler. Nach einem kurzen Spaziergang die Straße hinunter und wieder hinauf hatten wir genug von dem überkandideltem Luxus-Flair und machten uns wieder auf den Rückweg in den angenehmeren Teil LAs.

4. Yosemite Nationalpark

Nachdem wir wieder nach San Francisco zurückgekehrt sind, sollte es endlich in den bekannten Park gehen, von dem ich schon so viel gehört und zahlreiche Bilder gesehen hatten. Die Erwartungen waren entsprechend groß, als wir nach knapp drei Stunden Autofahrt die Pforten des Nationalparks passierten. Spannungsgeladen fuhren und fuhren wir die Straße entlang und sahen für eine geschlagene Stunde – nichts. Nichts, außer sehr viel Wald und ein paar vertrockneten Bäumen und kahlen Flächen. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass unseren Chancen darauf, nach diesem heißen Sommer einen der atemberaubenden Wasserfälle zu sehen, eher gering war. Doch das war nun wirklich enttäuschend. Und dann endlich. Hinter der nächsten Kurve und einem weiteren Tunnel erblickten wir das, womit mich schon so viele auf Instagram und Pinterest neugierig und auch ein wenig neidisch gemacht haben: gigantische Felsen, grüne Wälder und einen kleinen Bach, der durch ihr Tal floss. Wer mich kennt weiß, dass ich ein absoluter Wasserliebhaber bin und so war es mir einfach nicht genug, das alles nur aus der Ferne zu sehen. Ich wollte unbedingt zu dem schmalen Fluss, der in der Sonne so schön glitzerte und regelrecht dazu einlud, sich bei den hohen Temperaturen darin zu erfrischen.

Schneller als gedacht erreichten wir ihn auch schon, leider weniger idyllisch als erhofft direkt neben der vielbefahrenen Straße, die den Park durchgequert – aber eine einzigartige Kulisse trotz alledem.

Nach einem ausgiebigen Kneipp‘schen Bad in dem glasklaren Gewässer und einer obligatorischen Foto-Session ging es zurück Richtung Motel. Natürlich hätte man noch Tage dort können. Doch aufgrund der Tatsache, dass das Schlafen im Auto uns ein zweites Mal wenig attraktiv erschien und sich unser Urlaub und damit auch die Urlaubskasse langsam aber sicher dem Ende entgegen neigte, entschieden wir uns dafür, dem Motto „Mann soll gehen, wenn es am schönsten ist“zu folgen. Und es lohnte sich; auf dem Rückweg bekamen wir sogar noch einen kleinen Wasserfall zu sehen.

Natürlich ist das nur der Anfang von Kaliforniens Highlights. Doch es ist eine kleine Auswahl meiner persönlichen Lieblingsorte und vielleicht auch Anreiz für dich, einmal deine eigenen ausfindig zu machen. Viel Spaß beim Entdecken!

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