Berlin

Alltagsfluchten

Wenn sich der Winter mal wieder von seiner richtig ungemütlichen Seite zeigt, zieht es uns ganz weit weg. Ins Warme. Ins Sonnige. An einen Ort, der uns das graue Deutschland und all die Sorgen des Alltags vergessen lässt. Doch kleine Auszeiten gibt es oft direkt vor der Tür. Kleine unscheinbar wirkende Nischen und Plätze, die häufig so viel mehr versprechen, als man zu meinen glaubt. Denn um dem Alltag zu entfliehen, bedarf es keinem wochenlangen Urlaub und ein dickes Portmonee – die Happy Places, nach denen wir uns manchmal so sehr sehnen, liegen oft direkt vor der Tür. Das sind meine Favoriten:

  1. Kaffeehaus Zeltinger

Das Zeltinger in Berlin-Reinickendorf ist eines meiner absoluten Lieblingscafés in Berlin. Etwas nobler, aber kein bisschen weniger gemütlich erscheint dieser Ort, der wirklich keine Wünsche offenlässt. Egal ob es der Lieblings-Milchkaffee und ein Stück Kuchen sein soll, ein üppiges Frühstück oder ein ausgedehnter Brunch mit Freunden – hier kommt jeder auf seine Kosten. Preislich liegt das schicke Lokal übrigens trotz extravaganter Anmutung im absoluten Normbereich der Berliner Cafészene. Und da es sich direkt am S-Bahnhof Frohnau befindet, ist es auch ohne Auto bestens zu erreichen. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

  1. Schloss Dammsmühle

Schon Sebastian Kneipp wusste „Die Natur ist die beste Apotheke“. Was könnte es also Besseres gegen Alltagsleiden geben, als ein ausgedehnter Spaziergang im Grünen? Ein toller Ort dafür ist das Areal um das alte Schloss Dammsmühle. Das geschichtsträchtige Gebäude mit dem davor liegenden See liegt nur einige Fahrminuten außerhalb von Berlin und bieten neben einer guten Spaziergelegenheit phantastische Fotomotive. Also Kamera und Liebsten oder Liebste schnappen und nichts wie hin da.

  1. Holiday Spa

Nicht jedermanns Sache, aber für die, die’s mögen, die wahrscheinlich schönste Sache auf der Welt: stundenlanges Saunieren und entspannen sollte man am besten im Holiday Spa in Berlin-Reinickendorf. Verhältnismäßig klein, aber dafür umso ruhiger ist es in dieser Mini-Therme im Norden der Hauptstadt. Drei Saunen plus Dampfbad, Innen- und Außenpool, Tauchbecken, Ruheräume… alles was das Herz begehrt. Die Massagen setzten dem Ganzen die Krone auf – einfach himmlisch! Sollten jedoch vorher reserviert werden, da es sich mittlerweile rumgesprochen hat, wie gut die sind. Für die Stärkung zwischendurch sorgt das hauseigene Restaurant mit seiner tollen mediterranen Küche. I like!

  1. Wochenmarkt am Kollwitzplatz

Eines meiner am meisten lieb gewonnenen Rituale ist der monatliche Besuch des Wochenmarktes am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Die Vielfalt an Angeboten von regionalem Obst und Gemüse bis hin zu Handwerkskunst ist jedes Mal aufs Neue erfrischend. Mit einer Chai Latte vom Kaffeestand in der Hand einfach stundenlang über die Straßen des wunderbar bunten Bezirks zu schlendern, in dem an jenem Samstagmorgen irgendwie alles etwas entschleunigt wirkt, ist für mich einfach fast wie ein kleiner Urlaub aus dem hektischen Alltag. Um dem Ausflug die richtige Würze zu verleihen, kann ich den Falafel von 1001 Falafel nur wärmstens empfehlen; schon der Geruch der knusprigen Bällchen lässt es einem schwerfallen, vorbeizugehen. Immer wieder ein Genuss!

  1. All Seasons

Das All Seasons in Berlin-Spandau ist ein chinesisches Restaurant der ganz besonderen Art. Der kastenförmige Bau in dem Randbezirk lässt zugegebenermaßen nicht viel hoffen. Sobald man jedoch die Pforten dieses Bauwerks öffnet, begibt man sich auf eine Reise der Sinne ins ferne China. Schon der imposante Empfangsbereich versetzt einen nicht zum letzten Mal ins Staunen, weitaus spektakulärer ist jedoch natürlich die Kulinarik, die einen dort erwartet: ein gigantischer Raum gefüllt mit einem Buffet jeglicher asiatischen Spezialitäten (und einige weitere), die man sich nur vorstellen kann. Von Algensalat bis Kängurufleisch und von Sushi bis Schokobrunnen – diese kulinarische Vielfalt lässt ganz sicher das Herz eines jeden Foodies höherschlagen. Für das All-You-Can-Eat-Angebot muss man zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, doch angesichts der Fülle der angebotenen Speisen ist der Preis mehr als gerechtfertigt. Ich war nun schon zwei Mal dort und habe es trotz stundenlanger und Esspausen-reicher Aufenthalte nicht geschafft, alles zu probieren. Wirklich überwältigend!

Fazit: Auch wenn man manchmal einfach nur alles stehen und liegen lassen und am liebsten in den nächsten Flieger in den Süden steigen möchte, hat auch die hektische Hauptstadt Urlaubspotential. Man muss nur wissen, wo man nach der Idylle suchen muss. Also einfach mal losziehen und die Sorgen vorbeiziehen lassen. Was sind deine Happy Places?

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