Berlin

Vegan auf Indisch

Nach meinem Frühstück in Amerika folgte nun ein kulinarischer Ausflug in den fernen Osten, und zwar nach Indien! Während der letzten Monate und zahlreichen Stunden am Herd habe ich ein Gericht ganz besonders für mich entdeckt: das Curry. Und darum soll es heute gehen…  

Wenn uns die Pandemie eins geschenkt hat, dann ist es Zeit. Zeit für uns selbst, Zeit für die Familie und Zeit, uns mit den wirklichen Problemen unserer Gesellschaft zu beschäftigen. Und dazu zählt definitiv unser Fleischkonsum. Keine Sorge, ich will hier niemanden zum Veganer bekehren oder eine weitere Standpauke darüber halten, wie schlecht Massentierhaltung für das Klima ist. ABER ich möchte versuchen, den ein oder anderen davon zu überzeugen, dass nicht jeden Tag tierische Produkte auf dem Teller landen müssen – oder zumindest nicht bei jeder Mahlzeit. Irgendwo muss man anfangen. Also los geht’s!

Schon seit einiger Zeit bemühe ich mich, tierische Produkte soweit wie möglich von meinem Speiseplan zu streichen – aus diversen Gründen. Zunächst war meine Unverträglichkeit gegenüber Kuhmilch ein Auslöser dafür, dass ich mein Essverhalten ändern musste. Die Suche nach leckeren und erschwinglichen Alternativen begann. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass die Regale mit der pflanzenbasierten Kost immer voller wurden. Das machte die Umstellung immer leichter – und vielseitiger! Neben Milch- und Joghurtalternativen tastete ich mich bald auch an vegane „Käse“- und „Fleisch“-Produkte heran. Und empfand es als enorme Bereicherung!

Schnell etablierten sich diese Produkte – die nebenbei gesagt und zum Widerspruch aller überzeugten Fleischesser nahezu genauso teuer oder günstig wie Fleisch sind – als fester Bestandteil meiner Küche. Ich sah sie als gute Möglichkeit, moderne umweltschonende Ersatzprodukte in meinen Alltag zu integrieren, ohne vollständig darauf umzusteigen und tierische Produkte für immer und ewig von meinem Teller zu streichen. Ich entwickelte immer neue Gerichte, manche davon wurden fester Bestandteil meines Speiseplans, andere waren Experimente, die ich nicht unbedingt wiederholen muss. Um es auf den Punkt zu bringen: die vegane Küche hat mich inspiriert und meine persönliche Esskultur enorm bereichert, anstatt mich einzuschränken.

Letztens war es dann mal wieder so weit, mich packte die Experimentierlust. Auf dem Plan stand: Jackfruit! Die Jacobsfrucht stammt ursprünglich aus Indien und erlebt als Fleischersatz gerade einen großen Hype. So hat sie mittlerweile ihren Weg auch in die deutschen Supermärkte gefunden. Eine gute Gelegenheit also, sich selbst einmal einen Eindruck von der exotischen Frucht zu machen…

Rezept:

  • ½ Dose Jackfruit
  • ¾ Dose Kokosmilch
  • 1 Karotte
  • ½ Dose Kichererbsen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 cm frischen Ingwer
  • 1 Handvoll frische Petersilie
  • So ziemlich alle Gewürze, die der Vorratsschrank so hergibt, vor allem aber
  • Currypulver
  • Olivenöl

Zubereitung:

Knoblauch und Ingwer hacken und in der Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten. Jackfruit (in kleinen Stücken) dazugeben und von allen Seiten gut anbraten. Karotte in dünne Scheiben schneiden und zusammen mit den Kichererbsen in die Pfanne geben, kurz alles zusammen dünsten und schließlich mit der Kokosmilch aufgießen. Würzen und mit Petersilie (für den extra Vitamin C-Kick) abschmecken. Ich habe dazu Reis serviert, das hat das Ganze perfekt abgerundet und für lange Sättigung gesorgt.

Wenn man nun die Augen schließt und die intensiven Aromen vom frischen Ingwer und der fein gehackten Petersilie aufsaugt und die vielseitigen Noten vom Curry eine Weile auf der Zunge zergehen lässt, kann man  für einen kurzen Moment fast meinen, tatsächlich inmitten eines indischen Marktes eine dampfende Schüssel original indisches Curry zu genießen. Das nenne ich mal einen kulinarischen Ausflug. Guten Appetit!

Obwohl ich nicht behaupten würde, dass die asiatische Frucht in diesem Gericht 1:1 als Fleisch durchgehen würde, hat sie mir als pflanzliche Alternative in meinem Curry super gefallen und wird sicher nicht das letzte Mal auf meinem Teller gelandet sein. Es muss eben auch nicht immer Fleisch sein. Und Fleischalternativen müssen, wenn es nach mir ginge, auch nicht zu 100% wie Fleisch aussehen oder so schmecken, solange sie schmecken! Der Punkt ist doch, dass wir langsam lernen müssen, respektvoll und nachhaltig mit unseren Ressourcen umzugehen. Und dabei sehe ich uns alle in der Verantwortung. Wir, die viel reisen, viel fliegen, uns viel auf Kosten der Umwelt und weniger entwickelter Länder vergnügen, sollten uns über die Konsequenzen unseres Verhaltens ganz besonders im Klaren sein und IMMER WIEDR überlegen, wo wir besser werden können. Und das fängt meiner Meinung nach bei unserem täglich Brot an.

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