Berlin

Neues Jahr, neues Glück, Neujahrsvorsätze.

Eigentlich bin ich wirklich kein großer Fan von Neujahrsvorsätzen. Ideen und Ziele sollte man meiner Meinung nach jeder Zeit fassen und versuchen umzusetzen. Und nicht von einem bestimmten Datum abhängig machen. Mit meinem neuen Lebensjahr habe ich nun aber doch einen Vorsatz gefasst: ich will wieder mehr schreiben. Klar, die großen Reisen werden wohl auch 2021 noch ausbleiben. Doch wenn uns 2020 mit der Corona-Krise eines gelehrt hat, dann doch wohl, dass das Schöne manchmal so nah liegt und es auch in der Heimat so viel Spannendes zu erkunden gibt. Und das noch ganz umweltfreundlich zu Fuß. Denn mindestens seit dem ersten Lockdown im vergangenen März ist Spazierengehen doch bei uns allen auf die Nummer 1 der Freizeitaktivitäten gerutscht. Um einen dieser Spaziergänge soll es heute gehen.

Kürzlich habe ich mich mit einer Freundin wieder einmal auf einen gemeinsamen Spaziergang verabredet. Draußen dominierte ein sattes Grau den Berliner Himmel und so hielt sich die Lust auf Draußen ohnehin in Grenzen. Durch den Kiez zu schlendern, in dem man mittlerweile wirklich jede Straße beim Namen kennt, erschein uns noch viel weniger verlockend. Um trotzdem ein bisschen frische Luft zu schnappen und uns von dem miesen Winterwetter nicht die Laune verderben zu lassen, entschieden wir uns dafür, die Gelegenheit zu nutzen, um mal eine andere Ecke der Stadt zu erkunden. Berlin birgt ja bekanntlich immer neue, noch unentdeckte Winkel. Nach kurzer Recherche entschieden wir uns für den „Natur-Park Südgelände“ – einem ehemaligen Rangierbahnhof in Berlin-Schöneberg, der nach seiner Stilllegung von der Natur zurückerobert wurde.

Nach knapp einer Stunde Fahrt und zugegebenermaßen ein wenig Sucherei, gelangten wir schließlich zum Eingang des Parks direkt am S-Bahnhof Priesterweg. Gegen ein geringes Eintrittsgeld von 1€ pro Person gelangten wir auf das vielversprechende Gelände. Schon nach wenigen Schritten verfielen wir in großes Staunen: einzigartige Kunstwerke und inspirierende Installationen dominierten die Pforten des alten Bahnhofs. Zwischen alten Gleisen, Loks und Wendeplätzen beherrscht die Natur wieder das Gebiet – und zwar in voller Pracht. Aufgrund der Artenvielfalt auf dem Gelände, erhielt es vor über 20 Jahren Natur- und Landschaftsschutz. Einige Bereiche dürfen zum Wohle von Flora und Fauna nicht einmal betreten werden. Und dennoch ist es ein voller Genuss, das beinahe mystisch wirkende Terrain zu erkunden und der so gar nicht urbanen Stille zu lauschen.

Eingang des Parks
Auf dem Weg in die Natur
Alter Wasserturm

Nach etwa einer Stunde Entdeckungstour haben wir bei Weitem noch nicht alles gesehen. Die Temperaturen zwangen uns jedoch schließlich, wieder den Rückweg anzutreten. Dennoch bin ich mir sehr sicher, dass es nicht der letzte Besuch gewesen sein wird. Trotz der winterlichen Trübheit erheiterte mich die Naturpracht vom einen auf den anderen Moment. Und besonders, da mir das Grün und die Nähe und Verbundenheit zur Natur aus meiner Heimat so oft fehlt, war dies wie ein langersehntes Wiedersehen. Ich kann es kaum erwarten, die volle Schönheit des Geländes im Sommer zu bestaunen…

Ein Kommentar

  • Eva Hubein

    Deine Ma ist mal wieder stolz auf dich; nicht nur darauf,dass du eine mitreißende Schreibweise besitzt,du schätzt die Natur- auch bei grauem Himmel- so wie ich
    Bitte weiter so… genießen!

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